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Liebe Kreuzfahrer,

wie versprochen für Euch/Sie noch pünktlich im Oktober der Song „Mona Lisa“.
Der Hauptteil des Textes entstand während der Nordkaptour und wurde von Thilo Mayer und mir verfasst. Während der Produktion zu Hause kamen noch einige Text -Teile von mir dazu und diese produzierte ich in einen musikalischen Rahmen.

Nun  wollten wir, Thilo und ich, wie seinerzeit auf dem Schiff, den Song singen, fand aber nach einem Test, dass Paula-Maria das Lied viel attraktiver interpretiert. Thilo ist jedenfalls begeistert und so kann ich nach vielen produktiven Stunden endlich diesen Song per MP3 zum Runterladen ins Netz stellen. 

Während der Ostseetour habe ich das Lied auch aufgeführt und die anwesenden Gäste auf dem Lidodeck konnten laut mitsingen. 

Da das Schiff nun endgültig die letzte Fahrt im August 2010 erlebt hat, bleiben uns nur Erinnerungen an eine wunderschöne Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben - also Augen zu, Lied hören und eine Träne vergießen.

Herzliche Grüße
Helmar Federowski
 
 
 

Downloads:
Song „Hey Mona Lisa“  (mp3,   3,6 MB) 
Text  (pdf)

Interpret:  Paula-Maria Federowski
Text:  Mayer/Federowski
Musik:  Angelehnt an „Makarena“ Bearbeitung H.Federowski
Instrumente, Mix, Produzent:  H.Federowski
Produktion:  Le Mare 2010
 

Song "Hey Mona Lisa"

Text:    Thilo Mayer & Helmar Federowski 

„Für Andrej, Rainer und alle, die dabei waren“

Solo: Paula-Maria Federowski 
Produktion: Helmar Federowski

Mach mit dem Schiff eine superschöne Reise 
Bringt mich ans Nordkap, genau auf diese Weise 
Schaukelt durch`s Nordmeer und das ganz leise  Hey Mona Lisa

Hey Mona Lisa und die Mitternachtssonne 
Beide zu sehen ist für mich ne`Wonne 
Steh an der Reling,  sehe Nachts die Sonne   Hey Mona Lisa

Mona Lisa ist der Stolz der Sieben Meere 
Mona Lisa hat den Charme der schönsten Dame 
Mit an Bord zu sein, das ist uns eine Ehre
König sein für ein paar Tage

Erlebst  Küsten, Städte, nette  Menschen 
Möge diese Fahrt niemals enden 
Am Nordkap bist du frohgelaunt wie nie
In Petersburg am Abend gibt`s ne Party

Andreji von der Brücke ist ein pfiffiger Geselle 
Hat ne`Supertruppe, die sind alle ganz helle 
Wir sind eure Fans, das stimmt auf alle Fälle   Hey Mona Lisa

Wir sagen danke dem ganzen Personal 
Andreji, Rainer, Käptn und die And´ren allemal 
Tschüss, goodbye, wiedersehn, au revoir   Hey Mona Lisa

Mona Lisa, Mona Lisa, Mona Lisa, 
    Nimm dir Zeit für mich und grüß die and`ren Meere
Mona Lisa, Mona Lisa, Mona Lisa, 
    Wenn du wiederkommst, dann haben wir die Ehre

 

 
 
 
 
 


H.F. ist auch Wikipedia zu finden.


 

Helmar's Interview

Helmar Federowski hat der Zeitschrift
melodie & rhythmus (Ausgabe 6, Juni/Juli 2005)
ein Interview gegeben.

Helmar berichtet vom Leben als Tonmeister bei AMIGA, von mancher Schwierigkeit mit Renft und wie City's Hit "Am Fenster" heimlich entstanden ist.

Die m&r gibt es direkt bei www.melodieundrhythmus.com

 
melodie & rhythmus
Hier gehts zum Interview

 
 
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der melodie & rhythmus
MUSIK- UND TONREGIE:
HELMAR FEDEROWSKI

Der Tonmeister saß bei den wichtigsten Amiga-Produktionen an den Reglern.

Wer die Rückseiten vieler Amiga-LP's anschaut, wird obige Angabe auf vielen Plattenhüllen finden. Helmar Federowski war der bekannteste und profilierteste Tonmeister beim Label Amiga. 
Seit Anfang der 70er Jahre hat er u.a. solche bekannten Künstler und Bands wie Renft, Veronika Fischer, Karat, Puhdys, Silly und City produziert. melodie und rhythmus traf Helmar Federowski in seinem Tonstudio bei Dresden. 

M&R: Herr Federowski, wie kommt man auf den Berufswunsch Tonmeister?

HELMAR FEDEROWSKI: Ich sang als Kind im Dresdner Kreuzchor und in Zusammenarbeit mit der West-Plattenfirma Telefunken hatten wir Aufnahmen in der Dresdner Kreuzkirche gemacht. Ich war sehr angetan von dem Aufwand, der dort betrieben wurde. Das Mittelschiff der Kirche wurde beispielsweise mit riesigen Stoffbahnen abgehangen, die wurden Sitzbänke ausgebaut - alles für eine bessere Raumakustik. Auch das Equipment wie Bandmaschinen und Mischpulte faszinierte mich. Spätestens in der siebenten Klasse stand für mich fest, du wirst Tonmeister.

M&R: Und konnte man das so einfach werden?

HELMAR FEDEROWSKI: Leider nicht. Der Studiengang Tonmeister an der Musikhochschule Hanns Eisler Berlin wurde nur alle sieben Jahre eröffnet und als ich mit dem Abi fertig war, stand er gerade nicht zur Verfügung. So bewarb ich mich an der Musikhochschule Dresden und belegte dort zunächst zwei Jahre Gesang. Das war sehr angenehm und lehrreich, davon profitiere ich noch heute. Schließlich konnte ich dann den anvisierten Hochschulwechsel starten und das Tonmeisterstudium in Berlin aufnehmen. 

M&R: Fünf Jahre Tonmeisterstudium...

HELMAR FEDEROWSKI:  Ja. Das waren fünf Jahre höhere Mathematik, Physik - besonders Schwingungslehre und Elektroakustik -, allgemeine Tonmeisterkunde, Gesang, Chor, Dirigieren - um nur einige Fächer zu nennen. Es war eine sehr komplexe Ausbildung, die man aber als Tonmeister später im Beruf benötigte. 

M&R: Kling gut, wo ist der Haken?

HELMAR FEDEROWSKI: Wir, die Tonmeisterabsolventen, hatten zwar eine enorme musikalisch-technische Ausbildung genossen, aber über die ganzen fünf Jahre nicht ein einziges Mischpult gesehen geschweige denn angefasst. Das muss man sich mal überlegen... Mir fehlte also jegliche Praxiserfahrung und ich hatte panische Angst vor meiner ersten Aufnahme. 

M&R: Die sie dann 1972 als Angestellter beim VEB Deutsche Schallplatten hatten, wie sind Sie zu Schallplatte gekommen?

HELMAR FEDEROWSKI: Durch meinen guten Abschluss und die Pflege der Bekanntschaften, die ich bei den Aufnahmen als ehemaliger Kruzianer gemacht hatte, wurde ich beim VEB Deutsche Schallplatten angenommen. Zunächst ging es mit einer Art Praktikum los und ich durchlief sämtliche Abteilungen. Schließlich war ich beim Label AMIGA  hängengeblieben, denn man war seit kurzer Zeit dabei, eine eigenständige "Beatmusik" zu produzieren, auch wenn die erstmal nicht so heißen durfte. 

M&R: Kling nach Traumjob.

HELMAR FEDEROWSKI:  War es vielleicht auch. Bei der Schallplatte zu arbeiten war immer etwas besonderes und das war es bis 1989. Schon die Lage des Firmensitzes war einmalig, das Gebäude war das ehemalige Reichspräsidentenpalais, die ehemalige "Göring-Villa", am Reichstagsufer - links vom Brandenburger Tor, direkt an der Mauer. Wir konnten von den Fenstern direkt auf den Reichstag schauen, dazwischen die Panzersperren. Dadurch gab es für die Mitarbeiter der Schallplatte besondere Auflagen, aber das ist ein Kapitel für sich.

M&R: Welche Produktion war Ihre erste richtige Rock-LP?

HELMAR FEDEROWSKI:  Es war die erste LP der Klaus Renft Combo. Auch wenn diese Platte heute Kultstatus genießt, war sie doch aus produktionstechnischer Sicht eine Katastrophe, aber damals ließen die Abhör-Bedingungen einfach keine bessere Qualität zu. Wenn du nicht das hörst, was auf dem Band drauf ist bzw. drauf kommt, dann bekommst du keinen guten Sound hin. Erst 1978 bekamen wir amerikanische Studiomonitore.

M&R: Wie gingen die Aufnahmen vonstatten?

HELMAR FEDEROWSKI:  Wir fingen abends um 20 Uhr an und früh um 4 Uhr war der Titel - z.B. "Ketten werden kanpper", um mal einen auszuwählen - immer noch nicht drauf. Wir waren alle besoffen aber rundum zufrieden. Drei Dinge spielten eine Rolle: Die Technik war auf klassische Aufnahmen zugeschnitten, die Abhörlautsprecher waren katastrophal, Monsterschränke mit kleinem Chassis und die Musiker beherrschten ihre Instrumente noch nicht so gut. Wir brauchten übermäßig lange, um diese Lieder einzuspielen. Ich war noch unerfahren und es hat zunächst überhaupt nicht geklungen. Ein guter Sound überdeckt bekanntlich manch musikalische Schwäche und umgekehrt. Nur Renft konnten einfach nicht miteinander spielen. Es war der blanke Wahnsinn, die sind aufeinander richtig losgegangen - es gab viel Streit zwischen den Musikern.  Schließlich haben sie sich zusammengerissen und das Grundband, die Playbacks produziert. Als dann der Sänger Thomas "Monster" Schoppe  die zensierten und entschärften Texte singen sollte, gab's den nächsten Ärger: "Den Scheiß singe ich nicht!". Monster war dann aus Frust plötzlich 3 Tage weg. Es war eine Chaotenproduktion! Nach heutigen Maßstäben muss die Platte grausam klingen, ich würde mich sicher schämen, wenn ich sie hören würde.  Trotzdem habe ich viel gelernt bei dieser Produktion. Und die Platte ist heute natürlich ein Klassiker, das weiß ich, es waren die Anfänge der DDR-Rockmusik. 

M&R: Sie sagen gerade, wenn Sie Ihre Platte hören würden... Haben Sie die gar nicht?

HELMAR FEDEROWSKI:  Doch, ich hab sie. Es ist aber so, dass andere Leute viel mehr von meinen Platten haben, als ich selbst. Ich hätte mir ja einfach nur mal im Geschäft eine kaufen brauchen, aber auf diese Idee kam ich nie. Mittlerweile kaufe ich sie mir auf Flohmärkten. 

M&R: Haben Sie denn von den Aufnahmen keine fertige LP als Belegexemplar bekommen?

HELMAR FEDEROWSKI:  Es war immer ein Riesenproblem, zeitgleich die fertige Platte mit der passenden Hülle auszustatten. Die eigentlichen Schallplatten wurden in Potsdam-Babelsberg hergestellt und die Hüllen wurden in Gotha gedruckt. Dort gab es immer Ärger mit den Covern. Schreibfehler, Farbfehler, meistens ging immer etwas daneben. Wir bekamen eine sogenannte Belegplatte mit einem weißen Etikett und der Bestellnummer drauf. So eine typische Weißpressung, mit einer Hülle, die gerade verfügbar war. Da konnte es durchaus sein, dass ich die neueste Karat-LP in einem Cover von Peter Schreier bekam, weil die gerade einen Fehldruck hatte und übrig war.

M&R: Waren Sie selbst Rockfan oder sind Sie es noch?

HELMAR FEDEROWSKI:  Klar, selbstverständlich! Ich bin mit den Beatles und Stones aufgewachsen, das prägt für's Leben! Dann kam die Artrockphase, Yes hat mich immer fasziniert. Und dann besonders Rick Wakeman, weil er klassische Musik und Rock exzellent verband. In den Achtzigern mochte ich Police sehr. Später bin ich dann auch Zappa-Fan geworden. 

M&R: Sie haben auch viel mit der Band City und ihr legendäres "Am Fenster" aufgenommen. 

HELMAR FEDEROWSKI:  Mit City arbeitete ich ca. zwei Jahre zusammen. Die Musikredaktion hatte sich vier Titel ausgesucht, die wir produzieren sollten, aber so richtige Renner waren das nicht. Die Zeit im Studio mit City hatte trotzdem Spaß gemacht, wir lagen altersmäßig und auch sonst auf einer Wellenlänge. Weil die Aufnahmen gut liefen, lud mich die Band zum Essen und anschließend zum Konzert im Kino International in Berlin ein. Und da spielte City am Ende den Titel "Am Fenster". Wir trafen uns nach dem Konzert noch an der Hausbar und ich fragte, was zum Teufel habt ihr da am Schluss gespielt? Ein paar Wochen später wurden die Aufnahmen für eine weitere Single fortgesetzt, "Am Fenster" war aber nicht im Plan, die Musikredaktion hatte von dem Stück leider nicht all zu viel gehalten. Die Aufnahmen zogen sich bis nach Mitternacht hin und nachdem der Pförtner gegangen war, waren wir allein im Studio. Allen war klar, dass jetzt "Am Fenster" fällig ist.

Aus Zeitgründen und der Angst erwischt zu werden, mussten die Musiker zusammenspielen, auch Toni Krahl musste sofort mitsingen. Das wurde eine echte Live-Aufnahme. Nur ganze fünf mal spielte City den Song und ich habe dann aus den besten Takes das Stück zusammengeschnitten. 

M&R: Was macht man mit einem zukünftigen Hit, den man gar nicht aufnehmen durfte?

HELMAR FEDEROWSKI:  Das war ein Problem. Ich hatte damit etwas Verbotenes gemacht, denn es durfte nichts produziert werden, was nicht im Produktionsauftrag stand. Der normale Weg war der, dass zuerst Texten und Noten einer Band eingereicht werden mussten, wobei es natürlich viel mehr um die Texte ging, die in einem Lektorat abgesegnet werden mussten. War das geschehen, konnte der Produktionsauftrag erteilt werden, um schließlich danach einen Studiotermin zu vereinbaren. Ich bin also zur damaligen Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros, die ich noch heute sehr schätze und bat sie um Rat, was mit einem 100%igen Hit, der schwarz produziert wurde, zu tun sei. Sie schlug erstmal die Hände über den Kopf zusammen, sprach dann aber bei unserem Künstlerischen Direktor vor und der wiederum beim Generaldirektor. Es hatten sich zwar alle an den Kopf gegriffen, aber der Gedanke, dass es ein Hit werden könnte, hat schließlich doch überwogen und so wurde "Am Fenster" im Nachhinein sanktioniert. Und schließlich wurde der Song tatsächlich Citys größter Hit, selbst in Griechenland bekamen sie dafür Gold.

M&R: Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Künstler nicht an ihren Verkäufen beteiligt. Ähnlich tragisch lief es sicher für die Tonmeister, wie wurden Sie bezahlt?

HELMAR FEDEROWSKI: Wir bekamen ein festes Gehalt, was relativ mager war. Und so nebenbei in der Firma was zu machen ging nicht. Es war für uns strengstens untersagt irgendwelche Arrangements oder Produktionen bei der Schallplatte "schwarz" zu machen, was von oben nicht abgesegnet war. Andere waren da cleverer und haben sich eine goldene Nase verdient. Es gab einen Musiker, der hatte einen Minimoog Sythesizer, der wurde täglich ins Studio beordert und spielte 5 bis 6 Sythesizer-Stimmen, weil es zu dieser Zeit gefragt war. Die Geräte waren damals Mitte der 70er noch nicht so unter den Bands verbreitet, jedenfalls bei uns nicht. Bei anderen war das kein Problem, dass sie sich dumm und dämlich verdient haben, aber wir waren die fest Angestellten und durften es nicht. Dass uns das geärgert hat, gebe ich heute unumwunden zu. Die Puhdys oder Karat kamen mit dem Fahrrad ins Studio-Brunnenstraße herein und fuhren mit dem Volvo wieder heraus und wir guckten immer hinterher. Um wenigstens auch ein Auto zu fahren, habe ich an den Wochenden zusätzlich mit eigener Band Tanzmusikmuggen gemacht. Das reichte nicht zum Volvo, aber es hat sehr viel Spaß gemacht.

M&R: In welchem Studio wurden die Bands produziert und wie gestaltete sich die Arbeit?

HELMAR FEDEROWSKI: Wir waren im Studio B in der Brunnenstraße in Berlin. Das Studio war relativ weitab vom Hauptsitz der Schallplatte und das war gut so. Uns konnte so schnell keiner reinreden und selbst wenn der Direktor kam, musste der vorne klingeln. Das war sehr angenehm. Niemand hatte etwas dagegen, dass die Aufnahmen durch eine gewisse Menge an Alkohol begleitet wurden. Wir konnten im Studio rauchen, das war auch sehr angenehm, so dass dort einstweilen eine sehr kreative Atmosphäre entstand. Man fühlte sich wie zu Hause und das war eigentlich der Sinn der Sache. Denn in einer kalten Arbeitsatmosphäre mit Neonlicht kann schwerlich Kunst entstehen....

M&R: Sie haben auch mit den Puhdys zwölf Alben eingespielt und waren an den großen Erfolgen von Karat maßgeblich beteiligt. Gibt es Produktionen, die Sie im Nachhinein lieber nicht gemacht hätten?

HELMAR FEDEROWSKI: Ja, die Renft LP’s – ich war damals technisch überfordert, die Sache in den Griff zu bekommen. Unsere Studiomonitore waren für Rock/Pop ungeeignet, so dass der Sound total verbogen war. Wen es interessiert, der höre doch einmal auf diesen komischen Sound. Künstlerisch meine Arbeit betreffend, stehe ich zu allen LPs, die ich gemacht habe – man hat ja schließlich mit großem Enthusiasmus gearbeitet und selbst aus „bescheidenen Angeboten“ versucht, etwas zu machen. 

M&R: Inwiefern konnten Sie sich überhaupt aussuchen, mit wem Sie zusammen arbeiten? Gab es auch Künstler, die partout nicht mit Ihnen arbeiten wollten?

HELMAR FEDEROWSKI:  Sicher gab es die – Ich weis es nicht. Ich konnte es mir nicht aussuchen! Über die Jahre entwickelten sich sog. „Ehen“ zwischen Produzenten und Künstlern. Es war ein super Gefühl seine berufliche Anerkennung dadurch zu bekommen, dass die  Künstler mit mir arbeiten wollten. Neben Puhdys, Karat und Silly blieb wenig Zeit. 
Schade war, dass ich aus Zeitgründen City nicht weitermachen konnte – mein Kollege Walter Müller hat das große Klasse mit ihnen gemacht, ggf. viel besser als ich.

M&R: Silly bedankte sich für die "Liebeswalzer"-Produktion auf besondere Art, hinter dem Song "Liebeswalzer" stand fortan "Für H.F.", H.F. = Helmar Federowski. Fühlten Sie sich sehr geehrt? Was hatte Silly zu dieser Widmung veranlasst?

HELMAR FEDEROWSKI: Dankbarkeit für meine Einfälle und Ausdruck für die gemeinsame künstlerische Flughöhe zwischen uns allen. Wir waren ein Superteam. Und ich glaube, Mädels waren auch mal im Studio, um zuzuhören. 

M&R: In den 80ern gab es die Entwicklung privater Studios, auch das Rundfunkstudio soll zum Schluss besser ausgestattet gewesen sein. Eine Band wie Silly konnte gar in Westberlin ein Album produzieren. Wie haben Sie diese Tendenz erlebt?

HELMAR FEDEROWSKI: Die Privatstudios wurden erst belächelt – später übernahm man aber Produktionen aus diesen Studios. Sie wissen, dass ein Großteil der Bands in den Westen fahren durfte und so brachten sich diese eben die entsprechende Studiotechnik mit. Großartig, dadurch konnten sich einige Ingenieure nebenbei Geld verdienen, da die Musiker technische Hilfe für die Installation brauchten. 

M&R: Die Deutsche Schallplatte wurde 1990 privatisiert, um drei Jahre später schließlich den Bach runter zu gehen. Repertoirekataloge von Amiga, Eterna usw. sowie das Grundstück des Firmensitzes wurden verkauft, die Belegschaft entlassen. Was machten Sie nach der Kündigung und was machen Sie heute?

HELMAR FEDEROWSKI: Da gab und gibt es verschiedene Projekte. Zunächst bin ich Klavier-, Keyboard- und Gesangslehrer. Außerdem betreibe ich ein Demo-Studio in Wilsdruff bei Dresden. Künstler und Ensembles, für die ich arbeite bzw. gearbeitet habe, sind zum Beispiel  die Band Condor, die Thomas Stelzer-Big Band, Bariton Jochen Kupfer und der Meissner Domchor. Ein Projekt für Kinder, was mir besonders am Herzen liegt ist das Musical "Perlpunkt", welches ich geschrieben habe.  Es wird in Dresden und Wilsdruff aufgeführt.

TRANSKRIPTION: KLAUS WUNDERWALD
Interview im Original-Layout als pdf (4,7 MB)
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